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Systemische Aufstellungsarbeit- Organisationsaufstellungen

Das Beratungsinstrument Organisationsaufstellung wird in Deutschland mehr und mehr bekannt und erfreut sich von Jahr zu Jahr einer wachsenden und enthusiastischen Anhängerschaft.

 

Besonders in den USA ist die Organisationaufstellung zu einem festen Beratungsinstrument im Businessbereich geworden und hat sich einen festen Platz erobert.

 

Vorteile

 

Die größten Vorteile dieser Methode liegen klar auf der Hand:

  1. geringer zeitlicher Aufwand
  2. geringer finanzieller Aufwand
  3. entscheidende Informationen über die Ursache von Konflikten und Fragestellungen in kürzester Zeit
  4. Aufdeckung verborgener Dynamiken in Unternehmen, Institutionen und anderen Organisationen
  5. Lösungsorientiertheit

 

Damit wird im Businessbereich eine völlig neue Beratungsqualität erreicht: die systemische Beratung. Wir alle sind Teile von den verschiedensten Systemen: Berufssysteme, familiäre Systeme, Schulsysteme, Vereine, Parteien, Freundeskreise und Andere. Leider funktionieren lebende Systeme nicht so wie wir es wollen, sondern jedes System funktioniert nach seinen eigenen Regeln und Gesetzen. Diesen Gesetzen können wir uns nur anpassen, aber nicht außer Kraft setzen.

 

Grundgesetze

Für den Systemerhalt gibt es vier Grundgesetze:

  1. Grundgesetz- Gesetz der Gleichwertigkeit aller Systemmitglieder in Bezug auf ihre Zugehörigkeit → sichert Systemexistenz
  2. Grundgesetz 2.a. Gesetz der direkten Zeitfolge, d.h. Frühere haben Vorrang vor späteren Systemmitgliedern → sichert Systemwachstum 2.b. Gesetz der inversen Zeitfolge, d.h. neue Systeme haben Vorrang vor älteren Systemen → sichert die Systemfortpflanzung
  3. Grundgesetz- Gesetz des Vorranges des besonderen Einsatzes → sichert die Systemimmunisierung (Immunkraftbildung)
  4. Grundgesetz- Gesetz des Fähigkeitsvorranges, d.h. derjenige ,der bessere Fähigkeiten in das System einbringt, hat Vorrang vor demjenigen, der geringere Fähigkeiten einbringt → sichert die Systemindividuation (Anerkennen der Verschiedenartigkeit der einzelnen Systemmitglieder).

 

In Organisationen spielen besonders das 3. und 4. Grundgesetz eine wichtige Rolle, wobei davon ausgegangen wird, dass das erste und zweite Grundgesetz berücksichtigt wird.

 

Metaprinzipien

 

Für den Systemerhalt gibt es zwei Metaprinzipien:

  1. Metaprinzip: Das Gegebene muss anerkannt werden.
  2. Metaprinzip: Die Systemxistenz (1. Grundgesetz) hat Vorrang vor dem Systemwachstum (2.a.Grundgesetz) bzw. der Systemfortpflanzung (2.b.Grundgesetz). Diese Beiden wiederum haben Vorrang vor der Immunkraftbildung (3. Grundgesetz) und dieses wiederum hat Vorrang vor der Systemindividuation (4. Grundgesetz).

 

Das 2. Metaprinzip besagt, das die Reihenfolge der 4 Grundgesetze für den Systemerhalt gleichzeitig eine Rangfolge darstellt. Dies wird deutlich bei einer Verletzung oder Nichtbeachtung des 1.Grundgesetzes, welches zu den gravierendsten Konsequenzen führt.

Die Metaprinzipien sind die übergeordneten Prinzipien aus denen sich die 4 Grundgesetze für den Systemerhalt ableiten.

 

Organisationsaufstellungen sind systemische Aufstellungen, d.h. das System wird als Ganzes betrachtet, ganz nach dem Grundsatz: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Die systemische Aufstellung hat ihre Wurzeln in verschiedenen therapeutischen Methoden, wie z.B. der Gestalttherapie nach Fritz Perls, dem Psychodrama nach Moreno oder den Familienskulpturen nach Virginia Satir. Der prominenteste Vertreter ist der deutsche Therapeut Bert Hellinger, der sich vorallem mit Familiensystemen beschäftigt und das Familienstellen sehr populär machte.

 

Herkömmliche Motivations-, Kommunikations-, Konflikt- , Team- oder Persönlichkeitstrainings erzielen oft nicht den gewünschten Erfolg, da die Störungen häufig auf der systemischen Ebene des Unternehmens liegen und damit nicht sichtbar sind. Mit dem Blick auf diese systemische Ebene erreichen Organisationsaufstellungen eine völlig neue Qualität der Beratung.

 

Anwendungsbereiche

 

Die Anwendungsbereiche der Organisationsaufstellung auf der Unternehmensebene liegen in folgenden Bereichen:

  1. Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen (Analyse und Probehandeln) z.B.:
    • Zielfindungsprozesse
    • Planungsphasen
    • Umstrukturierung
    • Teamentwicklungsmaßnahmen
    • Firmengründung oder – fusion
    • Verkaufsverhandlungen
    • Outsourcing
    • Trainingsmaßnahmen
    • Nachfolgeregelungen
    • strategische Entscheidungen
  2. Vorbereitung von Personalentscheidungen
    • Überprüfen der Aufgaben und Zielorientierung der Mitarbeiter
    • Ursachen hinter Kündigungs- und Krankheitsraten
    • Accessment Center
  3. Überprüfung der Leitungsqualität und des Führungsverhaltens
    • Verantwortungsübernahme und -abgabe
    • Position und Fähigkeit
    • Leistung und Bezahlung
    • Motivation
  4. Förderung von Lösungen
    • Koalitionen
    • Mobbing
    • Arbeitsbeziehungen
    • Kundenbeziehungen
    • Achtung und Würdigung
    • Kontextvermischung privat und dienstlich
  5. Unternehmenskultur
    • Corporate Identity
    • Arbeitsklima
    • systemische Bedingungen der Unternehmensausrichtung
    • Kommunikation und Koordination

 

Durch die Aufstellungsarbeit werden in kürzester Zeit die inneren Bilder und Dynamiken eines Systems für alle gleichzeitig sichtbar und damit erfahrbar gemacht. Alle Veränderungen können die Anwesenden abwechselnd aus der inneren und äußeren Perspektive körpernah erleben. Ergänzt und vertieft werden die Raumbilder durch Sprachbilder. Kurze kraftvolle Sätze wie:“ Ich danke ihnen für...“, „ Jetzt sehe ich sie als...“, „ Es tut mir leid, dass...“ u.s.w. vertiefen die Wahrnehmung.

Dabei sind folgende Prinzipien von Bedeutung:

  • Achtung und Respekt
  • Ressourcenorientierung ,d.h. es wird nicht auf Defizite sondern auf die schon vorhandenen Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten orientiert. Diese werden verstärkt und ausgebaut.
  • Lösungsorientierung
  • Absichtslosigkeit und Zurückhaltung.

 

Wollen wir die Dynamiken und Zusammenhänge eines Systems verstehen, so muss dieses System selbst befragt werden. Ein System ist nicht nur mehr als die Summe seiner Teile, sondern weiß auch mehr über sich als alle Systemmitglieder.

Nur so können bewusste Veränderungen und gute Lösungen gefunden werden.